Begründung
Die Ergebnisse einer verbandseigenen Umfrage unter Schulleitungen in Hessen zeigen deutlich: Die zunehmende Verwaltungsbelastung gefährdet die pädagogische Arbeit an unseren Schulen. Viele Prozesse sind doppelt, papiergebunden oder technisch unzureichend umgesetzt. Digitale Systeme wie LUSD, PPB, FLiS oder Untis arbeiten nicht integriert. Genehmigungsverfahren und Formularwesen binden unverhältnismäßig viel Zeit und Personal.
Um die Führungs- und Gestaltungsarbeit von Schulleitungen zu stärken, bedarf es einer grundlegenden Verwaltungsvereinfachung und einer konsequenten Digitalisierung schulischer Abläufe.
Antragstext
Der Interessenverband Hessischer Schulleitungen fordert das Hessische Kultusministerium, das Hessische Finanzministerium und die Schulträger auf,
- Verwaltungsverfahren zu vereinfachen und zu digitalisieren, insbesondere
- ein zentrales digitales Portal zu schaffen, über das alle Anträge (z. B. TVH-Verträge, FSJ, Startchancen-Programm, Ganztagsmaßnahmen) einheitlich und ohne Mehrfacheingaben gestellt werden können,
- die Verwendung von Papierformularen schrittweise zu beenden und verbindlich digitale Prozesse mit elektronischer Signatur zuzulassen,
- funktionierende Schnittstellen zwischen LUSD, Untis, FLiS, PPB und Schulportalen zu implementieren.
- Bürokratische Doppelstrukturen abzubauen, indem
- wiederkehrende Datenabfragen automatisiert aus bestehenden Systemen (z. B. LUSD) generiert werden,
- standardisierte und hessenweit einheitliche Formulare eingeführt werden,
- unnötige Genehmigungsschleifen (z. B. bei Dienstleistungsverträgen und SES) gestrichen werden, sofern ein genehmigter Haushalt vorliegt.
- Verantwortung und Entscheidungskompetenzen stärker an die Schulen zu übertragen, insbesondere bei
- Personalentscheidungen, befristeten Verträgen und Mittelbewirtschaftung,
- schulischen Konzeptentwicklungen, die durch einfache digitale Vorlagen unterstützt werden sollten.
- Kommunikations- und Erreichbarkeitsstrukturen zu verbessern, indem
- redundante Rundmails reduziert und gezielte Verteiler verwendet werden,
- feste Ansprechpartner in den Schulämtern benannt und verbindliche Erreichbarkeitszeiten eingeführt werden,
- Protokolle von Schulleiterdienstversammlungen zentral digital abrufbar sind.
- Digitale Innovationen aktiv zu fördern, durch
- Bereitstellung einer Software für Förderpläne, Projektmanagement und Beurteilungen,
- Ausbau des Schulportals (z. B. App-Funktionalität, vorbereitete Schreiben, Ticketmanagement),
- Öffnung der LUSD für externe IT-Anbieter über standardisierte Schnittstellen (API).
Ziel
Durch eine umfassende Verwaltungsvereinfachung wird Schulleitung wieder zur Führungsaufgabe, nicht zur Formularverwaltung. Schulen gewinnen Zeit für pädagogische Qualität, Personalentwicklung und Schulentwicklung – und leisten so ihren Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit in Hessen.